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Donnerstag, 28. April 2011

Der Buchmarkt heute: Stirbt das gute, alte Buch bald aus?

Die Verlagsbranche unterliegt seit vielen Jahren einem drastischen Wandel. Seit Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts den Buchdruck revolutionierte, hat sich hier nämlich so einiges getan. Autoren wie William Shakespeare schrieben im 16. Jahrhundert ihre Stücke noch per Hand, die dann mühsam in einzelnen Lettern gesetzt wurden.

Heutzutage denkt darüber kaum noch jemand nach. Wir hacken schnell einen Text in den Computer und twittern ihn in Sekunden rund um den Globus. Vielleicht auch deswegen steigt die Zahl der Autoren und jährlich publizierten Bücher dramatisch an. In den letzten Jahren waren es annähernd 100.000 publizierte Werke nur in Deutschland!

Genau so schnelllebig ist die Herstellung von Büchern. Liegt heute eine Druckvorlage vor, so ist es mittels Digitaldruck möglich in nur wenigen Minuten ein einzelnes Buch „on Demand“ herzustellen und für den Versand vorzubereiten.

Zunächst einmal etwas sehr Wichtiges vorweg: Derzeit herrscht ein großes Überangebot an Manuskripten. Wir (und befreundete Verlage ebenso) bekommen weit mehr Manuskripte eingesandt, als wir je werden publizieren können.

Beispiel: (nur ein einziges von vielen – aber geradezu typisch für die gesamte Branche)
Von den rund 550 monatlich angebotenen Manuskripten schaffen es letztendlich nur vier oder fünf zur Veröffentlichung als Buch.
Quelle: Deutsche-Literaturgesellschaft.de, Juli 2011

Dabei scheint die Nachfrage nach dem gedruckten Buch zurück zu gehen – möglicherweise eine Auswirkung des Internets, das eine Unzahl an Informationen für jeden User bereit hält und für viele einen „Overflow“ erzeugt.

Das hat viele Auswirkungen:
  • Verlage wählen sehr viel bewusster. Ein Manuskript muss mehr denn je aus der Masse herausstechen, um überhaupt in die engere Wahl zu gelangen.
  • Viele Autoren greifen – wie ich einst auch – zur Selbsthilfe und veröffentlichen im Zeitalter des Digitaldrucks ihr Buch selbst. Da viele so denken, muss auch hier ein hohes Maß an Qualität erreicht worden, um auch hier aus der Masse der Autoren heraus zu stechen.
  • Viel mehr Kleinverlage entstehen, die oftmals viele Jahre mit mühseliger Arbeit damit zubringen, sich auf einem ziemlich unübersichtlichen Markt zu etablieren.
  • Es gibt immer mehr Autoren, daher entstehen immer mehr Dienstleistungen rund um das Buch.
  • Durch die steigende Anzahl der jährlich produzierten Buchtitel sinken meistens die Absatzzahlen für den einzelnen Titel. Es sei denn, man hat das Glück, tatsächlich einen Bestseller gelandet zu haben.
 Autoren und Verlage gehen heute ganz neue Wege.

Samstag, 9. April 2011

Literaturagent (oder: Literaturagentur)

Eine Literaturagentur ist ein Dienstleistungsbetrieb, der Schriftsteller (professionelle Autoren) betreut und an unterschiedliche Verlage oder Medienproduktionen vermittelt. Seine Aufgabe ist, Autor und Verlag zusammen zu bringen. 

Literaturagenturen handeln für die Manuskripte Verträge aus, suchen passende Verlage und Möglichkeiten für Drittrechte-Verwertung (Verfilmung, Übersetzungen, Audiorechte usw.).

Agenten erhalten eine Erfolgsprovision, meist zwischen 10 und 15 % des Autorenhonorars.

Oft werden Literaturagenturen von Romanautoren bevorzugt. Fachbücher werden meist direkt beim Verlag eingereicht, wenn man das Spezialgebiet eines Verlages ausmachen kann.

Achtung! Es sind auch viele unseriöse Angebote auf dem Markt, die sich zweifelhafte Leistungen ohne Ergebnis (sehr) teuer bezahlen lassen. Unbedingt prüfen!

Das Zitat des Tages: